Dienstag, 8. August 2017

Uwe Wilhelm - Die sieben Farben des Blutes


Spannender Thriller mit übersteigertem Ende

Inhalt


Copyright by Blanvalet Verlag

Er tötet Frauen auf brutale Weise und zu jeder stellt er eine Verkündigung ihr "Heilung" ins Netz. Sie hat sich ganz der Aufklärung des Falles verschrieben und will ihn unbedingt fassen.
Doch dabei gerät sie selbst in die Schusslinie.

 

 

Er nennt sich selbst Dionysos und "heilt" seine weiblichen Opfer, wie er selbst behauptet. Als seine Mordserie abrupt unterbrochen wird, wiegen sich Staatsanwaltschaft und Polizei in der Sicherheit, dass er entweder tot oder auf eine andere Art von der Bildfläche verschwunden ist.
Doch Staatsanwältin Helena Faber glaubt nicht daran.
Dass die Serie wenige Monate später fortgeführt wird, gibt ihr Recht. Wieder wird eine einflussreiche Frau ermordet.
Und nun ist Helena umso mehr bestrebt, den Mörder zu finden, selbst wenn sie dadurch selbst ins Visier des Killers gerät und die Hoffnung auf Rettung des nächsten potentiellen Opfers für sie zum Kampf ums Überleben wird.




Meinung  
 


Nach einigen Jugendromanen und viel Fantasy hatte ich mal wieder Lust auf einen richtigen Thriller. Der Klappentext zu diesem Buch hat mich sofort angesprochen und meine Erwartungen wurden beinahe auch alle erfüllt.
Die Figuren konnten mich zum größten Teil überzeugen. Gerade die Hauptpersonen rund um Helena Faber, wie ihre Kinder und ihr Ex-Mann sowie Faber selbst, sind wirklich gut in den vielen kleinen Zwischenszenen ausgearbeitet. Man kann sich wunderbar in die Charaktere hineinversetzen, gerade wenn es um familiäre Belange geht. Ganz besonders hat mir da der psychologische Kniff rund um Helena Faber gefallen, wie sie langsam an der Jagd nach dem Mörder zu verzweifeln droht. Mehr will ich an der Stelle nicht verraten, aber bis zu einem gewissen Punkt wird dies super und nachvollziehbar gezeigt.
Das übrige Personal wirkt dagegen etwas blass, was mich allerdings nicht so sonderlich gestört hat, da das vermutlich komplett den Rahmen gesprengt hätte. Nur bei Dionysos hätte ich mir etwas mehr Profil gewünscht.


Der Schreibstil hat etwas Distanziertes, Kühles an sich, was jedoch toll zu der Geschichte passt. Denn dadurch wird eine ganz eigene Art von Spannung und Atmosphäre erzeugt, die die dargestellte Brutalität erträglich macht und einem die Morde sehr nahe bringt. Man kann sich alles sehr bildlich vorstellen, ohne emotional so sehr mitgenommen zu werden, dass man nicht weiterlesen würde.
Zusätzlich nutzt der Autor die Story, um das Problemthema Emanzipation auf seine Weise näher zu beleuchten und Fragen aufzuwerfen, über die man(n) und frau vielleicht einmal nachdenken sollten.
Leider haben mir die letzten ungefähr hundert Seiten gar nicht gefallen. Ich will hier nicht spoilern, aber Uwe Wilhelm verliert sich hier in einer Wendung, die dem Ganzen komplett die Spannung und den Thrill nimmt. Es passt einfach nicht recht zum Rest des Buches, gerade weil die Heldin nicht mehr so souverän agiert wie vorher. Mehr will ich dazu nicht verraten, aber wenn ihr es lest, werdet ihr wissen, was ich meine. 

 

 

 Fazit  


Die sieben Farben des Blutes von Uwe Wilhelm ist alles in allem ein in weitesten Teilen sehr spannender Thriller. Mit zum größten Teil glaubhaften und sehr gut ausgearbeiteten Figuren, einem schonungslosen, aber distanzierten Schreibstil und interessanten Aspekten zum Thema Emanzipation konnte der Roman bei mir punkten.
Allerdings wurden nicht alle Fragen geklärt und besonders der unnötig ausgeweitete Schluss hat mich ziemlich gestört, da er massiv die Spannung aus der Geschichte herausnimmt.
Wer plausible Charaktere zu schätzen weiß, deren psychologischer Werdegang dem Leser wichtiger ist als die Jagd nach dem Mörder, und wer sich von blutigen Geschichten nicht abschrecken lässt, für den ist dieses Buch bestens geeignet.

 

 


Short Facts:

  • Autor: Uwe Wilhelm
  • Verlag: Blanvalet
  • Seiten: 480 (Broschiert) 
  • ISBN:  978-3-734-10344-5
  • Preis: 9,99 €

     

    3,5 Sterne



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An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an den  Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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